Wenn plötzlich Kellerasseln im Haus auftauchen, ist das meist kein Grund zur Panik, aber ein nützlicher Hinweis. Die Tiere sind harmlos und stechen nicht, suchen jedoch fast immer feuchte, dunkle Bereiche auf. Ich zeige, woher sie kommen, was sofort hilft und wann hinter dem Befall ein echtes Feuchtigkeitsproblem steckt.
Die wirksamste Lösung beginnt bei der Feuchtigkeit
- Ursache prüfen: Kellerasseln werden meist durch feuchte Wände, Kondenswasser, Lecks oder nasse Lagerbereiche angelockt.
- Sofort entfernen: Einzelne Tiere vorsichtig auffegen oder mit dem Staubsauger aufnehmen und draußen aussetzen.
- Luftfeuchte messen: Ein Hygrometer hilft, kritische Werte über mehrere Tage sichtbar zu machen.
- Richtig lüften: Kalte Keller sollten im Sommer nicht mit warmer, feuchter Außenluft gelüftet werden.
- Sprays sparsam einsetzen: Chemische Mittel lösen das Feuchtigkeitsproblem nicht und sind im Wohnbereich selten die beste erste Wahl.

Warum Kellerasseln in Innenräumen auftauchen
Kellerasseln sind keine Insekten, sondern kleine Landkrebse. Sie atmen über Strukturen, die nur bei ausreichend feuchter Umgebung gut funktionieren. Deshalb sitzen sie bevorzugt unter Kartons, Brettern, Pflanztöpfen, Laub oder Gegenständen, die direkt auf einem feuchten Kellerboden liegen.
Ein einzelnes Tier kann sich durch einen Spalt, eine undichte Tür oder über die Außenwand verirren. Treten jedoch regelmäßig mehrere Tiere auf, steckt meistens mehr dahinter. Das Umweltbundesamt weist ebenfalls darauf hin, dass sich ein gehäuftes Auftreten dauerhaft nur durch die Reduzierung der Luftfeuchtigkeit und eine passende Lagerung eindämmen lässt.
Für Menschen und Haustiere sind Kellerasseln normalerweise ungefährlich. Sie beißen nicht, übertragen keine typischen Krankheiten und beschädigen trockenes, gesundes Holz nicht. In großer Zahl können sie allerdings weiches Pflanzenmaterial, Obst oder Kartoffeln anknabbern. Entscheidend ist deshalb nicht die einzelne Assel, sondern das feuchte Umfeld, das sie am Leben hält.
Was ich am ersten Tag gegen die Tiere tun würde
Bei wenigen Tieren würde ich nicht sofort zu Insektenspray greifen. Ich kehre sie mit einem Stück Papier und einem Glas vorsichtig auf und setze sie im Freien an einer geschützten, feuchten Stelle aus. Wer lieber saugt, sollte den Staubsaugerbeutel anschließend wechseln oder den Auffangbehälter draußen leeren.
Danach entferne ich alles, was den Tieren Schutz bietet. Dazu gehören feuchte Kartons, alte Holzbretter, Laub, abgestellte Blumenkästen und Gegenstände, die direkt an der Kellerwand stehen. Kartons nehmen Feuchtigkeit auf und werden schnell zu einem idealen Versteck.
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Eine einfache Falle für einzelne Tiere
Als kurzfristige Hilfe kann ein ausgehöhltes Stück Kartoffel oder Möhre über Nacht auf einem Teller liegen. Die feuchte Schnittfläche lockt Asseln an, sodass man sie am nächsten Morgen samt Köder nach draußen bringen kann. Das ist eine Entfernungshilfe, keine Ursachenbekämpfung.
Ich würde die Falle spätestens am nächsten Tag entfernen und nicht dauerhaft liegen lassen. Sonst zieht das feuchte Gemüse weitere Tiere an oder beginnt zu schimmeln. Klebefallen können ebenfalls einzelne Tiere erfassen, sind aus meiner Sicht im Haushalt aber weniger attraktiv, weil sie nicht zur schonenden Entfernung beitragen.
Woher die Feuchtigkeit wirklich kommt
Ein Hygrometer macht die Suche deutlich einfacher. In beheizten Wohnräumen gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 40 bis 60 Prozent als alltagstauglicher Richtwert. Im Keller sollte man zusätzlich prüfen, ob die Feuchte nur kurzfristig durch falsches Lüften entsteht oder ob Wände, Boden und Leitungen selbst nass sind.
| Mögliche Ursache | Typische Hinweise | Sinnvolle erste Maßnahme |
|---|---|---|
| Kondenswasser | Beschlagene Flächen, feuchte Ecken, stärkerer Befall im Sommer | Keller nur bei trockenerer und kühlerer Außenluft lüften |
| Undichte Leitung | Nasse Stelle nahe Waschmaschine, Heizung oder Wasseranschluss | Leitung prüfen und Schaden schnell reparieren lassen |
| Feuchte Kellerwand | Abplatzende Farbe, muffiger Geruch, dunkle Flecken oder Salzausblühungen | Ursache durch Fachbetrieb oder Bausachverständige klären lassen |
| Nasse Lagerung | Feuchte Kartons, Holz, Erde oder Pflanzgefäße am Boden | Material entfernen und auf Regalen mit Abstand lagern |
Ein häufiger Fehler passiert beim Lüften im Sommer. Warme Außenluft enthält viel Feuchtigkeit und kann an kalten Kellerwänden kondensieren. Ich öffne Kellerfenster deshalb bevorzugt früh morgens oder an trockenen, kühleren Tagen und messe die Luftfeuchte danach erneut.
Auch ein Wasserschaden muss nicht spektakulär aussehen. Ein langsam tropfendes Rohr, eine undichte Regenrinne oder Wasser, das sich nach starken Niederschlägen an der Außenwand staut, reicht bereits aus. Wenn zusätzlich Schimmelgeruch oder sichtbare Flecken auftreten, sollte die Feuchtequelle Vorrang vor jeder Schädlingsbekämpfung haben.
Welche Maßnahmen dauerhaft helfen
Nach der Ursachenprüfung kommt die praktische Nacharbeit. Ich stelle Kartons, Vorräte und Holz nicht direkt auf den Boden, sondern auf ein Regal oder einen erhöhten Untergrund. Zur Kellerwand lasse ich möglichst etwas Abstand, damit Luft zirkulieren kann und feuchte Stellen schneller auffallen.
- Ritzen an Türen, Fenstern und Sockelleisten nach dem Austrocknen abdichten.
- Laub, Bretter und dichtes Pflanzenmaterial unmittelbar an der Hauswand entfernen.
- Vorräte trocken und in geschlossenen, sauberen Behältern lagern.
- Wäsche möglichst nicht dauerhaft in einem schlecht belüfteten Keller trocknen.
- Die Luftfeuchtigkeit morgens und abends einige Tage lang kontrollieren.
Ein Luftentfeuchter kann bei vorübergehender Feuchte, etwa nach einem kleinen Wasserschaden, sinnvoll sein. Er ersetzt aber keine Reparatur. Bei dauerhaft feuchten Kellerräumen ist ein elektrisches Gerät oft nur ein teurer Dauerbetrieb, während die eigentliche Ursache unberührt bleibt.
Hausmittel wie Lavendel, Salbei oder ätherische Öle werden häufig empfohlen. Sie können einzelne Tiere kurzfristig irritieren, lösen aber weder Kondensation noch eindringendes Wasser. Meine Erfahrung mit solchen Tipps ist deshalb nüchtern: Trocknen, aufräumen und abdichten bringen deutlich mehr als ein intensiver Duft.
Wann aus einem Lästling ein Fall für Fachleute wird
Ein paar Kellerasseln nach feuchtem Wetter sind etwas anderes als ein Befall, der über Wochen anhält. Fachliche Hilfe ist sinnvoll, wenn täglich viele Tiere erscheinen, sich die Zahl trotz Trocknung nicht verringert oder sichtbare Feuchteschäden hinzukommen.
Bei Mietwohnungen sollte der Schaden dokumentiert und der Vermieter informiert werden. Fotos, Messwerte und das Datum der Beobachtung helfen, die Entwicklung nachvollziehbar zu machen. In einem Eigenheim können bei nassen Wänden ein Leckageortungsdienst, ein Fachbetrieb für Bauwerksabdichtung oder ein Bausachverständiger die richtige Anlaufstelle sein.
Von großflächigem Sprühen im Keller oder Wohnraum rate ich ab. Solche Mittel können Kinder, Haustiere und empfindliche Personen belasten, während die Tiere bei anhaltender Feuchtigkeit wiederkommen. Falls ein Schädlingsbekämpfer nötig wird, sollte er zuerst die Ursache bewerten und das Mittel genau auf den betroffenen Bereich begrenzen.
Der praktische Plan für die nächsten sieben Tage
Am ersten Tag entferne ich sichtbare Tiere, nasse Kartons und andere Verstecke. Danach stelle ich ein Hygrometer auf und kontrolliere, ob irgendwo Wasser, Kondensat, muffiger Geruch oder beschädigte Wandflächen auffallen.
In den folgenden Tagen lüfte ich den Keller wetterabhängig, halte Lagergut von Boden und Wänden fern und prüfe die Entwicklung. Geht die Zahl der Tiere zurück, war die Maßnahme wahrscheinlich richtig. Bleibt der Befall bestehen, ist das meist kein Hygieneproblem, sondern ein Hinweis auf Feuchtigkeit im Baukörper oder in der Nutzung.
Genau dort würde ich weiter ansetzen. Wer die Ursache beseitigt, braucht in den meisten Fällen weder aggressive Sprays noch eine aufwendige Dauerbekämpfung.